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Wandgestaltung für das Oberlandesgericht Stuttgart, Konzept für das 4. Stockwerk |
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Projektteilnehmerinnen: Petra App, Andrea Peter, Edel Zimmer und Bettina Wyderka
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Konzepte für das 5. Stockwerk Projektleitung Rolf Kilian und Christiane Wegner-Klafszky |
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1. Petra Sybille App |
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Relief oder Wandplastik Das Thema „Oberlandesgericht Stuttgart“ ist inhaltlich bis in die letzte „Instanz“ und das letzte Stockwerk vollzogen. Im 5. OG muss meiner Ansicht nach – da noch engere Flurbereiche und dadurch noch begrenzterer Betrachtungsabstand zu den Werken – ein Werk aus der Wand treten. Diese Bedingung erfüllt ein Relief oder eine Wandplastik. Ein Relief kommt dem Betrachter entgegen. Gerade in einem engen Flur kommt es zu zahlreichen Möglichkeiten des Betrachters mit dem Werk Kontakt aufzunehmen. Man geht entlang und erhält unterschiedliche Ansichten durch die flexiblen Standpunkte die man als Betrachter einnimmt. Zunächst lässt sich nicht ausmachen, um was es sich handelt. Mit jedem Schritt wird dem Betrachter das Werk klarer, um sich dann wieder mit jedem Schritt zu verändern und neu zu erscheinen. Weitere Gedanken dazu: der Betrachter muss genauer hinsehen, neue Betrachtungswinkel einnehmen, neue Wege sehen, erkennen und gehen. |
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Mikado |
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Von dem Verbindungsnetzwerk kommt für mich noch die spielerische, aber nicht weniger inhaltsrelevante, Variante zum Tragen, ohne die keine Gesellschaft funktioniert: „Mikado“. Dabei handelt es sich um ein Stäbchen-Abhebespiel, das Ruhe, Geschicklichkeit und Konzentration erfordert. Die 41 Stäbchen sind mit 5 unterschiedlichen Bewertungen farblich gekennzeichnet und müssen mit dem Druck des Fingers oder mit Hilfe eines anderen Stäbchens aufgenommen werden, ohne die anderen Stäbchen zu bewegen. Die Mikadostäbe erhalten durch die Farbgebung, alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich, einen Stellenwert bzw. eine Bewertung. |
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2. Andrea Peter |
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„Unterm Himmel” |
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Die übergeordnete Frage zu beiden Entwürfen: Was bedeutet es, Entscheidungen treffen zu müssen? |
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„Eine Frage der Perspektive?” |
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Lange, schmale Flure ließen eine senkrechte Betrachtung einer flächigen, parallel zur Wand ausgerichteten Arbeit nur aus geringer Distanz zu. Eine Blickrichtung geht ins Licht, eine ins Dunkel. |
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Entscheidungen treffen, bedeutet:
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sagen zu müssen: schwarz oder weiß hier oder dort gut oder schlecht richtig oder falsch schuldig oder unschuldig entweder oder ja oder nein |
nicht sagen zu dürfen: grau weiß ich nicht eine Mischung von egal sowohl als auch weder noch ja und nein
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Entscheidungen treffen, bedeutet auch: Abstand gewinnen, den Überblick nicht verlieren, unbeteiligt und nicht zu nah dran sein. Zu welcher Seite die Entscheidung fällt, hängt möglicherweise ab von: Tagesform, persönlichen Neigungen, Vorkenntnissen, Biografie u. ä.. Größere Nähe bringt nicht größere Erkenntnis, sondern verzerrt die Perspektive. Eine frontale Ansicht ist nicht möglich, man muss sich einer Seite zuwenden, um sich für eines der Motive zu entscheiden. Der Blick ins Licht bedeutet „ja”, der Blick ins Dunkel dagegen „nein”. |
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3. Bettina Wyderka |
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Maskenball |
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Als Gegensatz zum kühlen strengen Gebäude, in luftiger Höhe, nahe dem Himmel, hier ein opulentes überschwängliches Gemälde, gefasst im goldenen, schweren Rahmen. Die Verbindung zum Himmel ist in diesem Entwurf die Komplementärfarbe zum Himmelsblau, das vorherrschende Orange. Die Inspiration dazu gab das Plakat „Juristenball“ über der vorhandenen Sitzgruppe. |
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| 1. Synthese – Gemeinschaftsarbeit von Bettina Wyderka, Edel Zimmer, Petra App, Andrea Perter |
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| Ein gemeinsamer Formatbaustein, entwickelt direkt aus den vorhandenen Wandmaßen, dient als verbindendes Element unserer Gestaltungsvorschläge. Dass dies jedoch nicht nur der kleinste gemeinsame Nenner unserer Arbeiten, sondern gleichzeitig der Ausgangspunkt zu neuen, ansonsten nicht zu verwirklichenden Ideen ist, kommt in unserer Synthese-Wand zur Geltung. Das gemeinsame Format schafft die Grundlage dazu, die ansonsten sehr verschiedenen Ideen unmittelbar miteinander zu vergleichen, zufällige Gemeinsamkeiten in Farb- und Formgebung festzustellen oder gezielt herbeigeführte Kontraste wahrzunehmen. So kann diese Synthese als Sinnbild für kontrastreiches und harmonisches Neben- und Miteinander verschiedenster Elemente auf begrenztem Raum dienen, wie es auch unsere multikulturelle Gesellschaft heute fordert. Diese Unterschiede wahrzunehmen, sie aber nicht glattzubügeln, sondern ihnen einen gemeinsamen Rahmen zur Verfügung zu stellen, das könnte eine übergeordnete Aufgabe der heutigen Gesetzgebung sein. | |||
| Andrea Peter Bildwuchs |
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| Einzelne Flächen im gegebenen Format wachsen über das Wandformat hinaus. Sie ragen in den Raum hinein oder klappen an den Ecken und Kanten des Wandblocks um. Sie erinnern in ihrer Farbigkeit an Wasser oder sie simulieren dschungelartigen Bewuchs, ohne jedoch gegenständlich zu werden. Weitere Farbentwürfe schaffen Anklänge an Feuer und Wärme oder an geologische Formationen. All diese optischen Assoziationen stellen jeweils Elemente dar, die dem gesamten Gebäude fremd sind, die im Inneren möglicherweise in Vergessenheit geraten können. | |||
| Bettina Wyderka Balance – auf dem Seil |
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| Um balancieren zu können, muß die Person das Gefühl für den festen Boden in sich tragen. Sie wagt etwas ohne über das Ziel hinauszuschießen. Genau dies Wissen ist im Leben oft nicht einfach. Balance zwischen Recht und Unrecht, Erkennen der Grenzen und damit umgehen können. Symbol der Justitia ist die Waage, die über die Fälle gerecht wägt. Als Motiv bewegen sich Seiltänzer auf verschiedenen Ebenen. Sie beleben, bewegen und erobern den Raum ohne dabei den Boden unter den Füßen zu verlieren. Fröhlich, farbenfroh und leicht sollen sie die Wand bekleiden. Ein gemeinsames Seil wird an die Wand gebracht, die Figuren sind entlang des Seiles angeordnet. Reduziert in der Farbigkeit. |
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| Petra App cyan, magenta, yellow |
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| Cyan, Magenta und Yellow nennt man in der Druckindustrie die 3 Grundfarben, aus denen „alle anderen Farben“ entstehen können. Jeder Prospekt, jedes Buch, jedes Plakat wird daraus hergestellt. Sie sind der Urstoff unserer farbigen Umwelt. Dies steht dafür, dass keiner ausgegrenzt wird und jeder einbezogen ist. Die Organische Form eines Pfeiles weist einerseits auf eine Richtungsempfelhung im Gebäude hin und erinnert gleichzeitig an die täglichen Entscheidungen, die jeder Mensch zu fällen hat, um für sich die ”richtige“ Richtung zu finden. |
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| © Kunst und Keramik | Umsetzung in Kooperation mit Horn Werbetechnik, Backnang. www.horn-werbetechnik.de |
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